Hofbauer, Gottfried (2022): Der morphologische Ausgleich der Kulmbacher Verwerfung bei Kirchleus (Oberfranken) - Flächenbildung entlang eines fluviatilen Subsequenz-Systems? - www.gdgh.de/Berichte/b21 (5. Januar 2022).

Der morphologische Ausgleich der Kulmbacher Verwerfung bei Kirchleus (Oberfranken) - Flächenbildung entlang eines fluviatilen Subsequenz-Systems?


Gottfried Hofbauer, Erlangen (D/Germany)


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Der Blick von der Höhe westlich Kirchleus nach Osten geht über eine nahezu ebene Hochfläche. Ein Geologe sieht dabei aber vor seinem geistigen Auge auch eine nahezu 1000 m hohe Wand, die sich unmittelbar hinter der Kulmbacher Verwerfung (KV, gelb markiert) aufgetürmt haben könnte: Daran wurden die Gesteine - zumindest in der Summe - soweit herausgehoben, dass nun der Buntsandstein (im Hintergrund) im gleichen Niveau wie der Weiße Jura (im Vordergrund) liegt.

Wie kann es möglich sein, dass die herausgehobene Scholle völlig eingeebnet wurde, während im Vordergrund noch immer - wie schon vor Beginn der dahinter erfolgen Hebung - der Weiße Jura erhalten ist?

Zum Inhalt

Die Landschaft um den Ort Kirchleus ist Teil des Fränkischen Bruchschollenlandes. Eine andere, eher geographisch orientierte Bezeichnung lautet Obermainisches Hügelland. Kirchleus (nicht im Bild) liegt direkt im Verlauf der Kulmbacher Verwerfung (KV, gelb markiert), an der die Kruste um viele hunderte Meter verstellt wurde. Ungeachtet dieses bedeutenden Versatzes wird diese Struktur von einer nahezu ebenen Hochfläche überzogen, deren Prägnanz im krassen Gegensatz zu diesem tektonischen Vorgang zu stehen scheint (Abb. 1, 2).

Das Ziel dieser kleinen Studie ist, für diese auffällige Verebnung und den tektonischen Versatz ein verständliches geologisches Entwicklungsmodell zu versuchen.


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