ABENDVORTRÄGE GEOLOGIE 2017
Vorträge in der NHG Nürnberg

Vortragsort: Nürnberg, Am Katharinenkloster 6
(Eingang vom Hof hinter dem Kloster)


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JANUAR 26 - Donnerstag, 19.30 Uhr

Was passiert an der Basis von Gletschern?

Michael Bestmann, Dr. Dipl.-Geol., GeoZentrum Nordbayern

Viele kennen "Gletscherschliffe" als Zeugnisse einstiger Vereisungen. An einem weltweit berühmten Gletscherschliff am Varangerfjord (Norwegen) gelang dem Referenten zusammen mit seiner Arbeitsgruppe der Nachweis, dass es sich bei genauer Betrachtung um eine Reibungsbrekzie handelt, die aber sofort wieder verfestigt wurde. Dies setzt voraus, dass Gletscher sich kurzzeitig mit einer relativ großen Geschwindigkeit bewegt haben und dabei an ihrer Basis Temperaturen über 1000°C erzeugt wurden. Der Vortrag führt uns die Struktur der Gletscherschliffe vor Augen, die sich dabei nicht als Fläche, sondern als dreidimensionaler Bereich mit komplexer Struktur erweisen - eine völlig neue Sicht auf eine lang bekannte Erscheinung!

FEBRUAR 23 - Donnerstag, 19.30 Uhr

Die Fränkische Linie: Auf einer geologischen Rolltreppe durch die Erdgeschichte

Andreas Peterek, Dr. Dipl. Geol., Geopark Bayern-Böhmen

Die Fränkische Linie ist die bedeutendste Bruchlinie Nordostbayerns und Südthüringens. Sie trennt das alte Gebirge - Thüringer Wald, Frankenwald, Fichtelgebirge und Oberpfälzer Wald - von dem Bereich, der wie Nürnberg von jüngeren Gesteinen aus Trias, Jura und Kreide aufgebaut wird. Kaum einer hat sich so intensiv mit dieser Verwerfung beschäftigt wie der Referent, der aus geologischen Geländebeobachtungen wie auch Altersdaten ihre außergewöhnliche Entwicklung im Lauf der Erdgeschichte rekonstruiert hat.

MÄRZ 23 - Donnerstag, 19.30 Uhr

Grundwasser in Nürnberg: Wichtige Einheiten und deren Nutzbarkeit

Alfons Baier, Dr. Dipl.-Geol., GeoZentrum Nordbayern der Universität Erlangen-Nürnberg

Bereits für die mittelalterliche Freie Reichsstadt Nürnberg hatten die lokal vorhandenen Grundwasservorkommen eine existentielle Bedeutung und auch heute ist die ansteigende Nutzung und Gefährdung urbaner Grundwasservorkommen wichtig. So können unter Nürnberg mindestens sieben eigenständige Grundwasserleiter nachgewiesen werden. Darüber hinaus ermöglichen tektonische Diskontinuitätsflächen den Aufstieg von CO2-reichen Tiefenwässern. Wichtige oberflächennahe Einheiten sind vier in die Keupergesteine eingetiefte Paläotäler, die unter anderem vorzügliche Nutzungsmöglichkeiten für den Betrieb geothermischer Anlagen für Heizung und Kühlung bieten.

APRIL 27 - Donnerstag, 19.30 Uhr

Paläontologie am Gletscherrand: Saurierspuren in den Schweizer Alpen

Hendrik Klein, Neumarkt

Der Rückgang der Gletscher in den Alpen gibt immer wieder bedeutende Funde frei - davon profitiert auch die Paläontologie. In über 2000 m Höhe wurden in den Schweizer Alpen Fußspuren von Sauriern aus der Trias-Zeit entdeckt. Neben den interessanten Einblicken in die Wirbeltier-Vergesellschaftungen ergeben sich neue Erkenntnisse zur Paläogeographie und Paläoökologie im Gebiet des südlichen Germanischen Beckens und der Tethys. Der Fährtenforscher Hendrik Klein arbeitete mehrere Wochen in einem internationalen Team in den Kantonen Wallis, Glarus und Graubünden in einer auch landschaftlich beeindruckenden Kulisse.

MAI entfällt
JUNI 22 - Donnerstag, 19.30 Uhr

Geologische Hintergründe spektakulärer Landschaften im Westen der USA (1)

Gerd Tietz, Prof. Dr. Dipl.-Geol., Universität Hamburg

Teil 1 des geologischen Reiseberichts. Die Küste Kaliforniens bei San Francisco bietet sichtbare Zeichen einer Subduktion: die pazifische Platte taucht unter die kontinentale Platte der USA. Die einzelnen Abschnitte dieses Prozesses lassen sich auch im Gelände lehrbuchhaft nachvollziehen. Unter anderen geht es dann auch zur großen Granitmasse des Sierra Nevada-Batholiths und in das Death Valley (ca. 90 Min.).

JULI 27 - Donnerstag, 19.30 Uhr

Geologische Hintergründe spektakulärer Landschaften im Westen der USA (2)

Gerd Tietz, Prof. Dr. Dipl.-Geol., Universität Hamburg

Teil 2 des geologischen Reiseberichts. Unter Las Vegas wurde die im Abtauchen begriffene ozeanische Juan de Fuca-Platte erbohrt. Das anschließende Colorado-Plateau ist das Ergebnis einer erdgeschichtlich langen Entwicklung tektonischer Verstellungen, deren Wechselspiel mit Phasen der Sedimentation lässt sich im Gelände eindrucksvoll beobachten lässt. Dazu treffen wir auf vulkanische Tuffe, aus denen freigesetzte Kieselsäure die umgebende Gesteine imprägniert hat. (Dauer ca. 90 Minuten).

AUGUST 24 - Donnerstag, 19.30 Uhr

Eine geologische Reise in den hohen Norden: Lofoten und Varangerfjord

Gottfried Hofbauer, Dr. Dipl.-Geol., NHG Nürnberg

Die Inselgruppe der Lofoten ist voller landschaftlicher Höhepunkte. Erst das Studium ihres geologischen Aufbaus macht verständlich, wie diese einzigartige Landschaft entstehen konnte. Weiter geht es in den hohen Norden zum Varangerfjord und der Barentssee, wo uns weitere spektakuläre Zeugnisse der Erdgeschichte erwarten.

SEPTEMBER 28 - Donnerstag, 19.30 Uhr

Die Entwässerung des Böhmischen Massivs seit dem Permokarbon

Dipl.-Geol. Peter Suhr, Senckenberg Museum Dresden

Das Böhmische Massiv ist eines der Kernmassive des variszischen Gebirges in Mitteleuropa und seit dem Permokarbon fast durchgehend Abtragungsgebiet. Anhand heute noch vorhandener Reste kann die Entwicklung des Entwässerungssystems über 315 Millionen Jahre durch Raum und Zeit rekonstruiert werden. Eine ungewöhnliche wie spannende Perspektive, in der Veränderungen wie auch Beharrlichkeit in der Erdgeschichte deutlich werden.

OKTOBER 26 - Donnerstag, 19.30 Uhr

Landschaft ist Bewegung

Ingomar Fritz, Dr. Dipl.-Geol., Universalmuseum Joanneum Graz

Das Fundament jeder Landschaft bildet die Geologie, gleichzeitig bildet die Landschaft den geologischen Untergrund ab. Endogene Kräfte (im Erdinneren) und exogene Kräfte (an der Erdoberfläche) bewirken eine fortwährende Modellierung der Morphologie. Geologische Prozesse wie Erdbeben und Massenbewegungen sowie klimabedingte Faktoren verursachen diese Veränderungen. Der Referent hat zu diesem Thema in der Steiermark eine Sonderausstellung zusammengestellt und wird uns mit zahlreichen Beispielen landschaftsgestaltende Prozesse zeigen, "Aha-Erlebnisse" vermitteln und Landschaften der Alpen und deren Umgebung erfahrbar machen.

NOVEMBER 23 - Donnerstag, 19.30 Uhr

Geologie in Spanien: Das Ebrobecken und sein geologischer Rahmen

Gottfried Hofbauer, Dr. Dipl.-Geol., NHG Nürnberg

Das Ebrobecken ist ein erdgeschichtlich junger Ablagerungsraum, der unmittelbar südlich an die Pyrenäen anschließt. Die guten Aufschlussverhältnisse gestatten umfangreiche Einblicke in den erdgeschichtlichen Werdegang, wobei sich viele für kontinentale Sedimentationsräume charakteristische Mechanismen entdecken lassen. Erinnern viele Abschnitte des Ebrobeckens an die weiten Landschaften im Westen der USA, so trifft man in seinem geologischen Rahmen auf Gebirge, deren spektakuläre Kulissen Grund zur Einrichtung gleich mehrerer Geoparks waren.

DEZEMBER entfällt
HINWEISE ZU DIESER VERANSTALTUNGS-ÜBERSICHT

Die Angaben in dieser Übersicht wurde nach besten Wissen und mehrfacher Durchsicht eingerückt. Dennoch können fehlerhafte Angaben enthalten sein - dafür kann aber keine Gewähr übernommen werden. Wenn Ihnen ein Termin - aus welchen Gründen auch immer - fragwürdig vorkommt oder gar im Widerspruch zu Angaben an anderen Stellen steht, sollten Sie unbedingt zur Klärung in direkten Kontakt mit mir treten oder sich im Sekretariat der NHG Nürnberg erkundigen (0911-227970).

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